Der grobe Fahrplan
Woche 1 bis 2 – Bestandsaufnahme und Technik. In dieser Phase passiert nach außen nichts Sichtbares. Nach innen wird geklärt, welche Seiten überhaupt im Index sind, welche technischen Bremsen es gibt und welche Suchanfragen im Gebiet Volumen haben. Werden dabei blockierende Fehler gefunden – eine noindex-Anweisung auf wichtigen Seiten, eine fehlerhafte Weiterleitung, eine Website, die unter zwei Adressen gleichzeitig läuft –, kann die Korrektur innerhalb weniger Tage sichtbar werden. Das sind die einzigen echten Sofortwirkungen im SEO.
Woche 3 bis 8 – Struktur und Inhalte. Die neuen Seiten entstehen und werden indexiert. In der Search Console tauchen erste Impressionen für Suchanfragen auf, für die es vorher keine gab. Positionen liegen meist noch zwischen 20 und 50 – sichtbar ist das für Kunden noch nicht.
Monat 3 bis 6 – Bewegung nach vorn. Die Seiten sortieren sich ein. Bei regionalen Anfragen mit mittlerem Wettbewerb wandern die besten in die Top 10, oft in die Top 5. Hier kommen die ersten Anfragen, die nachweislich aus der organischen Suche stammen.
Ab Monat 6 – Verdichtung. Was jetzt passiert, ist Feinarbeit: Seiten nachschärfen, die auf Platz 8 bis 15 hängen, interne Verlinkung ausbauen, Verweise von außen aufbauen. Der Zuwachs wird gleichmäßiger und weniger spektakulär.
Was schneller geht
Zwei Bereiche liefern früher:
Das Unternehmensprofil. Eine falsch gesetzte Hauptkategorie zu korrigieren, ein Doppelprofil zusammenzuführen oder ein unbestätigtes Profil zu bestätigen, verändert den Kartenrang oft innerhalb von zwei bis drei Wochen. Das ist der schnellste Hebel überhaupt und in Warum Ihr Betrieb nicht in der Karte auftaucht beschrieben.
Google Ads. Anzeigen liefern ab dem ersten Tag. Deshalb ist die übliche Empfehlung, beides parallel zu starten: Ads überbrücken die Monate, in denen SEO noch nichts liefert, und lassen sich zurückfahren, sobald die Rankings tragen. Was das kostet, steht in Was kostet ein Klick.
Woran man erkennt, dass nichts passiert
Nicht jede Ruhe ist normal. Drei Warnzeichen nach drei Monaten:
- Keine neuen Impressionen. Wenn die Search Console für die neuen Seiten keine Einblendungen zeigt, ranken sie nicht auf Platz 30 – sie ranken gar nicht. Meist stimmt etwas mit der Indexierung nicht.
- Nur Marken-Suchanfragen. Wenn die einzigen Klicks über den Firmennamen kommen, hat die Arbeit keine neuen Anfragen erschlossen. Diese Klicks wären auch ohne SEO gekommen.
- Berichte ohne Vergleichszeitraum. „1.240 Besucher” ist keine Aussage. Die Frage ist immer: gegenüber welchem Zeitraum, und mit welchem saisonalen Muster.
Warum die Dauer je nach Markt variiert
Der wichtigste Faktor ist die Zahl der Wettbewerber, die dasselbe tun. In einem Landkreis, in dem auf Platz 1 bis 3 Branchenverzeichnisse stehen, reicht oft eine gute Seite – das kann in sechs Wochen erledigt sein. In Köln, wo zehn Betriebe seit Jahren an denselben Anfragen arbeiten, ist ein Jahr realistisch, und die Arbeit endet nie ganz.
Wie es im eigenen Bundesland aussieht, steht auf den Regionalseiten – dort ist die Wettbewerbslage für jedes Land einzeln beschrieben.
Was Geduld nicht ersetzt
Ein häufiges Missverständnis ist, Dauer sei nur eine Frage des Aussitzens. Sie ist es nicht. Eine Seite, die nach sechs Monaten auf Platz 30 steht, steht dort nicht, weil die Zeit fehlt, sondern weil sie die Frage schlechter beantwortet als die neun Seiten davor. Der richtige Schluss ist dann nachschärfen, nicht weiter warten.