Die Spanne, und woher sie kommt
Klickpreise entstehen in einer Auktion. Wie viel ein Klick kostet, hängt davon ab, wie viele Anbieter auf dieselbe Anfrage bieten und was ihnen ein Kunde wert ist. Daraus folgen die groben Bereiche, die sich über Jahre stabil halten:
| Bereich | Übliche Spanne je Klick |
|---|---|
| Gastronomie, Friseur, Kosmetik | 0,50 – 1,50 € |
| Handwerk allgemein (Maler, Elektro, Sanitär) | 1 – 4 € |
| Umzug, Entrümpelung, Gebäudereinigung | 2 – 6 € |
| Physiotherapie, Zahnersatz, Praxen | 2 – 8 € |
| Steuerberatung, Unternehmensberatung | 4 – 12 € |
| Rechtsanwälte, Versicherungen | 6 – 20 € |
| Notdienste (Wasserschaden, Rohrreinigung, Schlüssel) | 8 – 25 € |
Zwei Dinge verschieben diese Werte nach oben: die Stadt – in München, Frankfurt und Hamburg liegen dieselben Anfragen regelmäßig 30 bis 60 Prozent über dem Bundesdurchschnitt – und die Dringlichkeit. Wer nachts mit einem Wasserschaden sucht, vergleicht nicht; entsprechend teuer ist diese Anfrage.
Die Zahl, auf die es ankommt
Der Klickpreis allein sagt wenig. Entscheidend ist, was eine Anfrage kostet – also Klickpreis geteilt durch den Anteil der Klicks, aus denen eine Anfrage wird.
Ein Beispiel aus dem Handwerk: 3 € pro Klick, 6 Prozent der Besucher rufen an oder schreiben. Macht 50 € pro Anfrage. Wenn jede dritte Anfrage zum Auftrag wird, kostet ein Auftrag 150 € Werbekosten. Bei einem Auftragswert von 2.000 € ist das ein gutes Geschäft, bei 250 € kein tragfähiges.
Genau hier entscheidet der Kontoaufbau. Die 6 Prozent sind keine Naturkonstante: Eine Anzeige, die auf die Startseite führt, landet regelmäßig bei 1 bis 2 Prozent. Eine Anzeige, die auf eine Seite zur passenden Leistung mit Preisrahmen und Formular führt, erreicht 8 bis 12 Prozent. Dieselben Klicks, derselbe Preis, vierfacher Ertrag.
Ab welchem Budget es sich lohnt
Die Untergrenze liegt bei etwa 500 € im Monat. Der Grund ist nicht Prinzipienreiterei, sondern Statistik: Bei 3 € pro Klick sind das rund 165 Klicks und – mit obiger Rechnung – ungefähr zehn Anfragen. Damit lässt sich gerade eben erkennen, welche Suchbegriffe tragen. Bei 150 € Budget sind es drei Anfragen im Monat; daraus lässt sich nichts ableiten, und das Konto bleibt dauerhaft im Blindflug.
Bei sehr teuren Branchen verschiebt sich die Grenze nach oben. Ein Anwaltskonto mit 12 € Klickpreis braucht eher 1.500 € im Monat, um überhaupt Signale zu sammeln.
Wo Budget still verschwindet
Drei Muster tauchen in fast jedem übernommenen Konto auf:
Fehlende Ausschlüsse. Ohne Ausschlusslisten zahlt jedes regionale Konto für „Ausbildung”, „Gehalt”, „selber machen”, „gebraucht” und die Namen der Wettbewerber. Zehn bis dreißig Prozent des Budgets gehen dafür weg. Mehr dazu in Ausschlusslisten.
Zu weiter Radius. Ein Kreis von 50 Kilometern um den Betrieb sieht großzügig aus und produziert Anfragen, die abgelehnt werden – bezahlt sind sie trotzdem. Zielgebiete gehören an die tatsächliche Anfahrt, nicht an den Wunsch.
Performance Max ohne Messung. Die automatisierte Kampagnenform optimiert auf das Signal, das sie bekommt. Ist als Conversion der Seitenaufruf hinterlegt, optimiert sie auf Seitenaufrufe – und liefert Klicks statt Anfragen.
Was Sie prüfen können, bevor Sie starten
Zwei Zahlen reichen für die Entscheidung: der durchschnittliche Deckungsbeitrag eines Auftrags und der Anteil der Anfragen, die Sie üblicherweise gewinnen. Daraus ergibt sich, was eine Anfrage kosten darf. Liegt der Wert unter 20 €, ist Google Ads in den meisten Branchen kein passender Kanal – dann führt der Weg über Suchmaschinenoptimierung und das Unternehmensprofil.
Umfang und Preisrahmen der Betreuung stehen auf der Seite zu Google Ads, die regionalen Besonderheiten je Bundesland unter Regionen.