Wonach Menschen wirklich suchen
Kaum jemand gibt „Dachdeckerarbeiten” ein. Gesucht wird nach der Leistung plus Ort, nach dem Problem, oder nach beidem: „Dachrinne reinigen Bochum”, „Flachdach undicht wer hilft”, „Dachdecker in der Nähe offen”. Drei Muster, drei unterschiedliche Absichten – und drei unterschiedliche Seiten, die diese Absichten bedienen müssten.
Die typische Betriebswebsite hat für all das genau eine Seite: „Leistungen”. Dort stehen zwölf Tätigkeiten in einer Aufzählung, darunter ein Absatz über Zuverlässigkeit und Erfahrung. Aus Sicht der Suchmaschine ist das eine Seite, die für zwölf Anfragen mittelmäßig passt – und deshalb bei keiner gewinnt.
Der wichtigste Hebel: eine Seite je Kombination
Der Umbau ist unspektakulär und wirkt zuverlässiger als alles andere: Für jede Leistung, die tatsächlich Umsatz bringt, entsteht eine eigene Seite. Für jeden Ort, in dem der Betrieb wirklich arbeitet, ebenfalls. Für die wichtigsten Kombinationen aus beidem – die Leistung, mit der Sie Geld verdienen, im Ort, in dem Sie sitzen – noch einmal eine.
Dabei gibt es zwei Fallen, die wir bei fast jedem übernommenen Projekt sehen:
Doppelte Zielanfragen. Wenn die Startseite, die Leistungsseite und eine Ortsseite alle auf „Elektriker Mannheim” zielen, konkurrieren drei eigene Seiten miteinander. Google sucht sich eine aus, meist nicht die beste, und die Signale verteilen sich. Die Regel dagegen ist einfach: Für den eigenen Standort gibt es keine zusätzliche Kombiseite, das erledigen Startseite und Leistungsseite. Und die Ortsseite ist die Seite für „Hauptleistung plus Ort”.
Orte ohne Substanz. Eine Seite „Elektriker Musterdorf”, auf der nichts steht außer dem ausgetauschten Ortsnamen, ist für Google erkennbar und wird entsprechend behandelt. Eine Ortsseite trägt, wenn sie etwas Ortsspezifisches enthält: Anfahrtszeit, typische Bausubstanz, bediente Ortsteile, ein abgeschlossenes Projekt, die Nachbarorte im selben Einsatzgebiet.
Was auf einer guten Seite steht
Nach Jahren im Umgang mit Betriebswebsites lässt sich das ziemlich genau sagen. Es fehlen fast immer dieselben Angaben:
- Der Ablauf. Was passiert nach dem Anruf, wie lange dauert es, wer kommt.
- Der Preisrahmen. Nicht die exakte Zahl, aber eine Spanne. Das kostet Überwindung und filtert Anfragen, die ohnehin nicht zustande gekommen wären.
- Die Bedingungen. Wann Sie kommen, wann nicht, ab welchem Auftragswert sich die Anfahrt lohnt.
- Das Gebiet. Welche Orte, welcher Radius, welche Ausnahmen.
Diese vier Punkte beantworten die Fragen, mit denen Menschen suchen. Und sie sind genau die Inhalte, die eine Suchmaschine als Antwort auswerten kann – auch in KI-Antworten, die inzwischen über den Treffern stehen.
Technik: gewinnt nichts, verhindert alles
Ladezeit, Indexierbarkeit, Weiterleitungen, strukturierte Daten – dieser Teil bringt selten allein eine Position, aber er kann jede Position verhindern. Die häufigsten Befunde sind banal: Seiten, die auf noindex stehen, seit der Relaunch vor zwei Jahren live ging. Eine Website, die unter www und ohne www gleichzeitig erreichbar ist. Bilder mit vier Megabyte. Eine Sitemap, die auf die alte Domain zeigt.
Das lässt sich in wenigen Tagen abarbeiten und ist die Voraussetzung dafür, dass der Rest überhaupt zählt.
Das Unternehmensprofil gehört dazu
Bei lokalen Suchanfragen steht über den normalen Treffern die Karte mit drei Einträgen. Diese drei Plätze folgen anderen Regeln als die Website: Kategorie, Entfernung, Bewertungen. Wer nur an der Website arbeitet, lässt die Hälfte der sichtbaren Fläche liegen. Wie der Kartenrang zustande kommt, steht in unserem Artikel zum Google-Unternehmensprofil.
Woran Sie unseriöse Angebote erkennen
Drei Sätze, bei denen Sie das Gespräch beenden können:
- „Wir garantieren Platz 1.“ Die Reihenfolge macht Google. Garantierbar ist der Arbeitsumfang, nicht das Ergebnis.
- „Wir setzen monatlich 50 Backlinks.“ Gekaufte Links aus Artikelverzeichnissen sind das, was diese Domain vor der Übernahme fast unbrauchbar gemacht hat – nachzulesen in Likes, Klicks und Backlinks kaufen.
- „Wir tragen Sie in 200 Verzeichnisse ein.“ Fünf gepflegte Einträge mit identischen Angaben wirken; 200 mit abweichenden Schreibweisen schaden.
Reihenfolge, wenn Sie selbst anfangen
Wenn Sie es zunächst selbst versuchen wollen, ist das die Reihenfolge mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung:
- Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, richtige Hauptkategorie setzen.
- Prüfen, ob alle wichtigen Seiten überhaupt im Index sind (Suche nach
site:ihredomain.de). - Für die drei umsatzstärksten Leistungen je eine eigene Seite anlegen.
- Auf jede dieser Seiten Ablauf, Preisrahmen und Gebiet schreiben.
- Nach jedem abgeschlossenen Auftrag um eine Bewertung bitten.
Das ist kein Geheimwissen, sondern Fleißarbeit. Wer sie abgeben will, findet auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung Umfang und Preisrahmen, und unter Regionen die Marktlage im eigenen Bundesland.