Warum die Sammelseite nicht funktioniert
Die häufigste Lösung auf Betriebswebsites ist ein Absatz am Seitenende: „Wir sind für Sie tätig in Bochum, Herne, Witten, Castrop-Rauxel, Dortmund, Essen …“. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar, das Ergebnis vorhersehbar: Für keinen dieser Orte ist die Seite die beste verfügbare Antwort, und genau das entscheidet die Suchmaschine.
Google bewertet Seiten, nicht Erwähnungen. Wer für „Maler Witten” gefunden werden will, braucht eine Seite, die von Anfang bis Ende von genau dieser Kombination handelt.
Wie viele Seiten sinnvoll sind
Die Antwort hängt an drei Größen: der Zahl der Leistungen, die wirklich Umsatz bringen, der Zahl der Orte mit tragfähigem Suchvolumen und der Frage, ob Sie zu jedem etwas Eigenes sagen können.
Ein typischer Handwerksbetrieb mit drei Leistungen und fünf Orten kommt auf zehn bis fünfzehn Seiten:
- je Leistung eine Seite (3)
- je Ort eine Seite (5)
- für die wichtigsten Kombinationen eigene Seiten (3 bis 7)
Nicht mehr. Die Versuchung, alle Kombinationen anzulegen – drei Leistungen mal fünf Orte gleich fünfzehn Kombiseiten plus acht Basisseiten – endet zuverlässig in dünnen Seiten und in Seiten, die sich gegenseitig verdrängen.
Die zwei Lücken, die man lassen muss
Aus genau diesem Grund bleibt eine vollständig ausgefüllte Matrix aus Orten und Leistungen nie vollständig. Zwei Kombinationen werden bewusst ausgelassen:
Keine Kombiseite für den eigenen Standort. Wenn Sie in Bochum sitzen, decken Startseite und Leistungsseite „Maler Bochum” bereits ab. Eine dritte Seite dafür konkurriert mit beiden.
Keine Kombiseite für die Hauptleistung je Ort. Die Ortsseite ist die Seite für „Hauptleistung plus Ort”. Eine zusätzliche Seite „Maler Witten” neben der Ortsseite „Witten” wäre dieselbe Anfrage zweimal.
Diese beiden Lücken klingen nach Detail und sind der Unterschied zwischen einer Struktur, die trägt, und einer, die sich selbst im Weg steht.
Was auf einer Ortsseite stehen muss
Eine Ortsseite trägt, wenn sie Angaben enthält, die für den Nachbarort nicht stimmen würden:
- Anfahrt und Reaktionszeit. „Von unserem Sitz in Bochum sind wir in Witten in rund 20 Minuten.”
- Ortsteile. Wer Herbede, Annen und Rüdinghausen nennt, bedient zusätzlich die Suchanfragen auf Ortsteilebene, die deutlich weniger umkämpft sind.
- Bausubstanz oder Gegebenheiten. Altbaubestand, Neubaugebiete, Hanglagen, Denkmalschutz – je nach Gewerk.
- Ein abgeschlossenes Projekt. Zwei Sätze, ein Foto, gerne ohne Kundennamen.
- Nachbarorte mit Verlinkung. Führt Besucher weiter und verteilt die interne Verlinkung.
Was nicht hilft: derselbe Text mit ausgetauschtem Ortsnamen, eine Karte ohne weitere Angaben, eine Aufzählung von Postleitzahlen.
Der Test vor der Veröffentlichung
Ein einfacher Test entlarvt jede Ortsseite ohne Substanz: Tauschen Sie den Ortsnamen gegen einen anderen aus. Bleibt der Text vollständig richtig, ist die Seite überflüssig. Wird er falsch, trägt sie.
Wenn die Struktur schon schief steht
Bestehende Websites haben oft beides – eine Sammelseite und einzelne Ortsseiten, dazu eine Startseite, die auf dieselbe Anfrage zielt. In dem Fall wird nicht zusätzlich gebaut, sondern zusammengelegt: Die schwächeren Seiten werden per 301 auf die stärkere umgeleitet, deren Inhalte werden übernommen und ergänzt. Aus sieben mittelmäßigen Seiten werden drei gute. Dass die Zahl der Seiten dabei sinkt, ist kein Rückschritt, sondern der Zweck der Übung.
Wie so ein Umbau abläuft und was er kostet, steht auf der Seite zur Suchmaschinenoptimierung.