Worum es tatsächlich geht
Um Verlässlichkeit. Wenn Google Ihre Firmendaten an zwanzig Stellen im Netz findet und sie überall gleich lauten, ist die Zuordnung eindeutig. Stehen an fünf Stellen abweichende Angaben – eine alte Adresse, eine andere Rechtsform, eine überholte Rufnummer –, muss die Suchmaschine entscheiden, welche Version stimmt. Diese Unsicherheit kostet Kartenrang.
Das ist der ganze Mechanismus. Er wird in der Branche gern zu einem eigenen Leistungsfeld aufgeblasen, ist aber im Kern eine Aufräumaufgabe, die man einmal gründlich erledigt und danach in Ruhe lässt.
Was einheitlich sein muss
Die drei klassischen Felder:
- Name. Immer identisch, inklusive Rechtsform. „Müller Elektrotechnik GmbH” ist nicht dasselbe wie „Elektro Müller”. Zusätze wie „Ihr Partner für Elektroinstallation” gehören nicht in das Namensfeld – im Unternehmensprofil sind sie sogar ausdrücklich untersagt.
- Adresse. Dieselbe Schreibweise überall: entweder „Hauptstraße 12” oder „Hauptstr. 12”, nicht beides. Bei Adressen mit Zusatz (Hinterhaus, Gebäude B) gehört der Zusatz überall hin oder nirgends.
- Telefonnummer. Eine Nummer, überall dieselbe. Verschiedene Nummern in verschiedenen Portalen sind das häufigste echte Problem – meist, weil eine alte Nummer nie korrigiert wurde.
Die Altlast, die niemand sucht
Bei Betrieben, die umgezogen sind oder die Rechtsform gewechselt haben, liegt fast immer eine Spur alter Einträge im Netz. Sie tauchen nicht auf, wenn man den aktuellen Firmennamen sucht – man findet sie über die alte Adresse und die alte Telefonnummer.
Ein Suchdurchlauf mit diesen beiden Angaben in Anführungszeichen fördert in der Regel zwischen fünf und zwanzig Fundstellen zutage. Jede einzelne davon sagt Google: Dieser Betrieb sitzt woanders. Die Korrektur ist mühsam, weil jedes Portal einen eigenen Weg hat, aber sie ist einmalige Arbeit mit dauerhafter Wirkung.
Welche Verzeichnisse zählen
Nach Wirkung sortiert:
- Google-Unternehmensprofil. Alles andere ist nachrangig.
- Apple Karten und Bing Places. Beide werden von Sprachassistenten und Navigationsgeräten genutzt.
- Kammer, Innung, Fachverband. Diese Verzeichnisse existieren seit Jahrzehnten und sind entsprechend belastbar.
- Die großen Branchenportale. Gelbe Seiten, Das Örtliche und vergleichbare – vor allem, weil sie ihre Daten weitergeben.
- Branchenspezifische Portale mit echtem Publikum. Für Ärzte, Anwälte, Handwerk, Gastronomie gibt es jeweils zwei bis drei, die tatsächlich Anfragen bringen.
Alles darüber hinaus ist Fleißarbeit ohne messbaren Ertrag.
Warum Masseneintragsdienste schaden
Dienste, die einen Betrieb für einen Monatsbeitrag „in 200 Verzeichnisse eintragen”, erzeugen genau das Problem, das sie zu lösen vorgeben: Sie legen Einträge in Portalen an, die niemand nutzt, oft mit automatisch gekürzten oder abgewandelten Angaben. Und sie hinterlassen Einträge, die nach Vertragsende niemand mehr pflegt – die alte Adresse bleibt dann jahrelang stehen.
Dieselbe Logik wie bei gekauften Links, nachzulesen in Likes, Klicks und Backlinks kaufen: Masse ersetzt keine Substanz, verursacht aber Aufräumkosten.
Die Reihenfolge für einen Nachmittag
- Verbindliche Schreibweise für Name, Adresse und Telefonnummer festlegen und in einer Datei notieren.
- Unternehmensprofil auf diese Schreibweise bringen.
- Alte Adresse und alte Telefonnummer in Anführungszeichen suchen, Fundstellen notieren.
- Die zehn wichtigsten Portale abarbeiten: korrigieren oder anlegen.
- Alte, nicht mehr korrigierbare Einträge beim Betreiber zur Löschung melden.
Danach ist Ruhe – bis zum nächsten Umzug. Wie das im Rahmen der laufenden Betreuung mitläuft, steht auf der Seite zum Google-Unternehmensprofil.