Der Zeitpunkt entscheidet
Die höchste Rücklaufquote entsteht unmittelbar nach dem sichtbaren Erfolg: wenn der Auftrag abgeschlossen ist, alles funktioniert und der Kunde noch vor Ort steht oder der Handwerker gerade zusammenpackt. Zwei Tage später ist die Bereitschaft deutlich niedriger, nach einer Woche gering.
Für Betriebe mit Gästen – Gastronomie, Ferienunterkünfte, Praxen – gilt dasselbe: vor der Abreise fragen, nicht danach. Eine Mail, die am Montag nach dem Urlaub ankommt, konkurriert mit dem Postfach von zwei Wochen.
Der Weg muss kurz sein
Jede Hürde kostet Rücklauf. Der kürzeste Weg führt über den Kurzlink zum Bewertungsformular, den Google im Unternehmensprofil unter „Rezensionen erhalten” bereitstellt. Dieser Link öffnet direkt das Bewertungsfenster – ohne Suche, ohne Profilseite, ohne Umweg.
Praktisch bewährt haben sich:
- QR-Code auf Rechnung, Lieferschein, Tresenaufsteller oder Fahrzeug
- Kurzlink in der Rechnungsmail, ein Satz darüber
- Textbaustein im Handy der Monteure, den sie nach dem Auftrag verschicken
- Kärtchen mit QR-Code, das übergeben wird
Nicht empfehlenswert: der Umweg über ein eigenes Formular, das Bewertungen vorsortiert und nur zufriedene Kunden zu Google weiterleitet. Dieses „Review Gating” verstößt gegen die Richtlinien.
Wie gefragt wird
Der Text darf kurz und persönlich sein. Was funktioniert:
„Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden waren, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Google – das hilft anderen bei der Auswahl und uns beim Gefundenwerden. Zwei Minuten reichen: [Link]”
Was nicht funktioniert: eine Bitte um „fünf Sterne”. Das ist eine Vorgabe, keine Bitte – und rechtlich heikel. Gefragt wird nach einer ehrlichen Rückmeldung.
Antworten gehört dazu
Auf jede Bewertung gehört eine Antwort, auf kritische besonders. Wer diese Antworten liest, sind nicht die Bewertenden, sondern zukünftige Kunden. Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung wirkt oft stärker als zehn gute Bewertungen.
Drei Regeln:
- Innerhalb weniger Tage antworten. Nach drei Monaten wirkt jede Antwort defensiv.
- Keine Kundendaten nennen. Auch nicht, um sich zu verteidigen – Auftragsdetails oder Krankheitsbilder gehören nicht in eine öffentliche Antwort.
- Sachlich bleiben, Lösung anbieten. „Das tut uns leid, bitte melden Sie sich unter … – wir klären das.” Mehr braucht es öffentlich nicht.
Was nicht erlaubt ist
- Bewertungen kaufen, tauschen oder von Personen schreiben lassen, die keine Kunden waren. Warum das teuer endet, steht in Likes, Klicks und Backlinks kaufen.
- Rabatte, Gutscheine oder Gewinnspiele als Gegenleistung anbieten.
- Nur zufriedene Kunden zu Google leiten und unzufriedene abfangen.
- Mitarbeiter bewerten lassen.
Alle vier Punkte werden von Google erkannt, und alle vier sind wettbewerbsrechtlich angreifbar. Der Schaden – ein gesperrtes Profil oder eine Abmahnung – steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Der unspektakuläre Teil
Bewertungen sind kein Projekt, sondern eine Gewohnheit. Betriebe, die es geschafft haben, haben eine Sache gemeinsam: Das Fragen ist Teil des Ablaufs, nicht eine Aufgabe, an die jemand denken muss. Wer es an die Rechnungsstellung koppelt oder an den Moment der Übergabe, sammelt dauerhaft. Wer es sich vornimmt, sammelt drei Wochen lang.
Wie wir Profile einrichten und den Bewertungsablauf aufsetzen, steht auf der Seite zum Google-Unternehmensprofil.